Getagged: Leonard Cohen

Lieblingsgäste (40): Christian Stonat

In der Sammlung „Lieblingsgäste“ kommen die Besucher zu Wort und präsentieren ihre Lieblingssätze aus Literatur und Pop. Im 40. Teil stellt Christian Stonat seine Favoriten vor – eine gelassene, sehnsuchtsvolle Mischung, die Leonard Cohen und Bodo Kirchhoff vereint und Englisch und Deutsch kombiniert. Christian sagt über sich: „Ich mag Sprache. Ich mag Bücher. Und ich mag, was gute Bücher bewirken können.“ Seinen eigenen Roman würde er mit der hintersinnigen Satzarchitektur eröffnen: „Wer wir waren, als wir noch werden wollten, wer wir sein wollen, das würde ich erst viel später verstehen.“

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Lieblingsgäste (25): Alexandra Pilz

PilzAlexandra_PresseIn der Sammlung „Lieblingsgäste“ kommen die Besucher zu Wort und präsentieren ihre Lieblingssätze aus Literatur und Pop. Im 25. Teil stellt Alexandra Pilz ihre Favoriten vor – eine magische Mischung, die Jane Austen, Bright Eyes und Leonard Cohen vereint. Die Münchner Autorin, die am gleichen Tag Geburtstag hat wie Austen, ist Schöpferin einer Jugendbuchreihe, die sich um ein Dorf im Dartmoor dreht („Zurück nach Hollyhill“, „Verliebt in Hollyhill“) und wird im Frühjahr 2016 einen Familienroman veröffentlichen. Wenn sie nicht schreibt, liest sie und wenn sie nicht liest, sieht sie sich TV-Serien an, am liebsten mit Katze auf dem Schoß, wie es sich für eine Schriftstellerin gehört.

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Reine Reime

„There’s nothing pure enough to be a cure for love.“

Leonard Cohen: „Ain’t No Cure For Love“ (2:09), auf: I’m Your Man (1988).

Einen Weisheitssatz wie diesen in ein Liedlein zu packen und ihn den Background-Sängerinnen zu überlassen, ist eine dumme  kühne Idee. Zu leicht wird er überhört, zu wenig darüber nachgedacht. Aber was soll er machen, der Leonard Cohen? Die Ursprünge seines Schaffens liegen im Schreiben, er war Dichter und Schriftsteller, bevor er sich in der Musik verlor. Als Singer-Songwriter bringt Cohen beides zusammen: gehaltvolle Gedanken und markante Melodien. Da zieren Zeilen seine zerrissenen Folksongs, von denen musenresistente Kollegen ihr Leben lang träumen. Sätze wie dieser: “I’ve seen the future, it’s a murder.” Oder dieser (bereits im Museum der schönen Sätze aufgenommen): „There’s a crack in everything, that’s how the light gets in.“

Risse zur Erleuchtung

„There’s a crack in everything, that’s how the light gets in.“

Leonard Cohen: „Anthem“, auf: The Future (1992).

Einen Weisheitssatz wie diesen in ein Liedlein zu packen, ist eine dumme  kühne Idee. Zu leicht wird er überhört, zu wenig darüber nachgedacht. Aber was soll er machen, der Leonard Cohen? Die Ursprünge seines Schaffens liegen im Schreiben, er war Dichter und Schriftsteller, bevor er sich in der Musik verlor. Als Singer-Songwriter bringt Cohen beides zusammen: gehaltvolle Gedanken und markante Melodien. Da zieren Zeilen seine zerrissenen Folksongs, von denen musenresistente Kollegen ihr Leben lang träumen. Sätze wie dieser: „I’ve seen the future, it’s a murder.“

Was die Sache mit dem Riss und dem Licht betrifft, so sei dies durchaus ein fröhlicher Gedanke, erklärte der Kanadier in einem Interview, allerdings nur für jene, die imstande sind, die Wahrheit zu genießen. Die Wahrheit, dass alles Irdische einmal zerbricht, um dem Neuen den Weg zu bahnen. Wer kennt schon die Liebe, dessen Herz noch nie gebrochen wurde? Und ist es nicht Enttäuschung, die häufig zur Erkenntnis führt? Wer länger darüber nachdenkt, was zwischen den Worten alles schlummert, der verpasst den Song. Das ist der Preis für gute Texte: Sie sind Einladungen zum Gedankentanz zu einer flüchtigen Musik.