Lieblingsbücher 2017

Subjektiv. Unvollständig. Ehrlich. Hier die persönliche Top Ten meiner Lieblingsbücher, die ich 2017 gelesen habe. Einige davon haben es mit ihren ersten Sätzen ins Museum der schönen Sätze geschafft. Lesenswert sind sie alle. Sätze wie Bücher.

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Lieblingsplatten 2017

Subjektiv. Unvollständig. Ehrlich. Hier die persönliche Top Ten mit meinen Lieblingsplatten 2017. Einige Künstler sind mit ihren Songzeilen im Museum der schönen Sätze vertreten. Hörenswert sind sie alle. Sätze wie Platten.

  1. Kettcar: Ich vs. Wir
  2. Bilderbuch: Magic Life
  3. Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi: Das nullte Kapitel
  4. Spoon: Hot Thoughts
  5. Conor Oberst: Salutations
  6. Nothing But Thieves: Broken Machine
  7. Gisbert zu Knyphausen: Das Licht dieser Welt
  8. Royal Blood: How Did We Get So Dark?
  9. Candelilla: Camping
  10. Tom Schilling & The Jazz Kids: Vilnius

Ewige Treue, leider enttäuschend: Weezer: Pacific Daydream

Da ist etwas im Wiebusch

„Von den verbitterten Idioten nicht verbittern lassen.“
Kettcar: „Den Revolver entsichern“ auf „Ich Vs. Wir“ (2017)

„Das Beste ist immer der Feind des Guten.“
Kettcar: „Auf den billigen Plätzen“ auf „Ich Vs. Wir“ (2017)

„Keine einfache Lösung haben, ist keine Schwäche /
Die komplexe Welt anerkennen, keine Schwäche /
Und einfach mal die Fresse halten, ist keine Schwäche /
Nicht zu allem eine Meinung haben, keine Schwäche.“
Kettcar: „Den Revolver entsichern“, auf „Ich Vs. Wir“ (2017)

„Wenn du das Radio ausmachst, wird die Scheißmusik auch nicht besser.“
Kettcar: „Trostbrücke Süd“ auf „Ich Vs. Wir“ (2017)

Ein Pop-Album mit Haltung und Zeilen zum Niederknien. Zum Nachdenken, Nachbeten und Nachahmen. Und mit einem Song, der im früheren Leben Kurzgeschichte gewesen sein muss. Das alles passiert ungefähr so häufig wie, eben, eine Platte von Kettcar. Die erste seit fünf Jahren ist eine inhaltliche, musikalische und sprachliche Wucht. Die reifste Mango am Baum der Songwriter-Erkenntnis, um nicht zu sagen: Irgendwas ist da im Wiebusch …      Weiterlesen

Lieblingsgäste (40): Christian Stonat

In der Sammlung „Lieblingsgäste“ kommen die Besucher zu Wort und präsentieren ihre Lieblingssätze aus Literatur und Pop. Im 40. Teil stellt Christian Stonat seine Favoriten vor – eine gelassene, sehnsuchtsvolle Mischung, die Leonard Cohen und Bodo Kirchhoff vereint und Englisch und Deutsch kombiniert. Christian sagt über sich: „Ich mag Sprache. Ich mag Bücher. Und ich mag, was gute Bücher bewirken können.“ Seinen eigenen Roman würde er mit der hintersinnigen Satzarchitektur eröffnen: „Wer wir waren, als wir noch werden wollten, wer wir sein wollen, das würde ich erst viel später verstehen.“

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Hokuspokus Lokus

„Es ist das beste Plumpsklo in ganz Dakota.“
Tom Robbins: Sissy – Schicksalsjahre einer Tramperin. Rowohlt, 1981.

„Sie waren von England nach Minneapolis geflogen, um sich ein Klo anzuschauen.“
Nick Hornby: Juliet, Naked. Kiepenhauer & Witsch, 2009.

„Es fing an wie üblich, auf der Damentoilette des Lassimo-Hotels.“
Jennifer Egan: Der größere Teil der Welt. Fischer Taschenbuch, 2013.

Worin liegt nochmal der Reiz, eine große Geschichte an einem kleinen Ort zu beginnen? Einem stillen Örtchen, wie man sagt, das aber in aller Regel gar nicht so still ist? In WC-Stein gemeißelt scheint die Feststellung, dass erste Sätze mit Klo-Bezug häufiger den Weg vorbei an Chef-Lektoren und Schlussredaktionen in publizierte Bücher finden, als es blitzblanke Toiletten in Verlagshäusern gibt. Ob die Rechnung aufgeht, also 00 statt 0815? In obigen Beispielen sehr wohl. Diese Intros sind schön geformte Schlüssellöcher für die Voyeure in der Leserschaft. In der Hoffnung auf intime Einblicke in sprudelnde Figurenwelten, in die wir alsbald hineingespült werden, nähern wir uns Wort für Wort dem unbedingten Geschichtensog. Griff ins Klo? Keineswegs. Eher Hokuspokus Lokus.

Interview im BJV-Report

Hurra, die geschätzten Kollegen mögen Lieblingssaetze.de! Senta Krasser vom Magazin des Bayerischen Journalistenverbandes (BJV) hat mit dem Kurator Bernhard Blöchl vor kurzem ein langes Gespräch über die Schönheit von Sätzen geführt. Im gedruckten Interview ist nun zu lesen, was die ideale Texteröffnung ausmacht, welche Bedeutung der letzte Satz einer Geschichte hat, und warum Länge keine Rolle spielt. Zumindest nicht in der Literatur.

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Lieblingsgäste (39): Sarah McHardy

In der Sammlung „Lieblingsgäste“ kommen die Besucher zu Wort und präsentieren ihre Lieblingssätze aus Literatur und Pop. Im 39. Teil stellt Sarah McHardy ihre Favoriten vor – eine zeitlos unwiderstehliche, rätselhaft schöne Mischung, die Carlos Ruiz Zafón und die Doors vereint und die Wortschatzausdehnung des Universums streift. Ihren eigenen Roman würde die Literaturfreundin und Bloggerin mit dem verblüffenden Satzgiganten eröffnen: „Als am 14. März 1969 Josef Bachmann zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt wird, ist Frank Habel gerade ein paar Stunden alt und brüllt ungehindert die Säuglingsstation des St. Anna Hospitals in Herne nieder, während seine Mutter mit unerkannten wie schweren postnatalen Depressionen kämpft.“

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