Mister Blackpool

“Sie wollte keine Schönheitskönigin sein, aber wie das Leben so spielt, war sie gerade dabei, eine zu werden.“

Nick Hornby: Miss Blackpool. KiWi, 2014.

Nick Hornby schafft es immer wieder. Er gehört zur seltenen Gruppe der Autoren, deren Kraft der ersten Sätze nach etlichen Jahren nicht nachlässt. Und was hat der Kultautor bereits für starke Zeilen vorgelegt! Auch der Auftakt seines jüngsten Romans ist eine wahre Schönheitskönigin, und im Unterschied zur Protagonistin, einer jungen Frau mit großen Träumen, dürfte Hornby, ihr Schöpfer, kein Problem damit haben, auf Schönheit reduziert zu werden. Auf sprachliche Schönheit, versteht sich.

Barbara, so heißt die Beinahe-Beauty-Queen aus Blackpool, will unbedingt Karriere im Fernsehen machen. Sie möchte lustig sein und die Sitcoms im England der Sechzigerjahre aufmischen. Das gelingt ihr auch recht gut, wenngleich Hornby witziger ist, als es Barbara je zeigen darf. Und auch wenn er es hier und da etwas übertreibt mit den Perspektivenwechseln, dem Figurenwirrwarr und der drehbuchartigen Dialoginflation, so mag man dem Briten dennoch eine weitere Krone aufsetzen, oder zumindest ein Krönchen. Mister Blackpool, der Schönheitskönig, der auch lustig kann.

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