Utopie statt Barbarie

„Ich wünsch‘ mich dahin zurück, wo’s nach vorne geht, ich hab‘ auf Back To The Future die Uhr gedreht.“

Ja, Panik: „Libertatia“ (0:05), auf: Libertatia (2014).

Zeit im Pop ist so eine Sache. Der Pop hat keine Zeit, aber zeitlos ist er nicht. Vielmehr poppt er auf, im Hier und Jetzt, um sich bald darauf wieder zu schleichen. Das war früher auch nicht anders. Ja, Panik, diese betörenden Politpop-Burschen aus Wien Berlin, drehen wahlweise am Rad oder an der Uhr. Auf ihrem neuen Album entführen sie uns an einen Ort jenseits von Zeit und Raum, den sie Libertatia nennen, angelehnt an eine mögliche anarchistische Kolonie im 17. Jahrhundert in Madagaskar. „One World, one Love, no Nations“, sehnsüchteln sie und träumen von einer Politik jenseits der erfundenen Gemeinschaften. „Space is the place, der die Flüchtigen liebt.“ Rückblick, um nach vorne zu kommen, heißt die Devise; Vision statt Kapitulation die nächste Stufe der Band-Evolution. Utopie statt Barbarie.

Wie schnelllebig das ganze Popdings ist, sieht man daran, dass Ja, Panik inzwischen nur noch zu dritt sind. Was bleibt, ist die famose Singsprech-Performance des Hauptakteurs Andreas Spechtl, der noch immer (zeitlos?) Deutsch, Englisch und Österreichisch zur stärksten Wiener Melange verquirlt, die es in Kaffeehäusern nicht gibt. Kostprobe? Bitte, gerne:

Ich hab’s probiert, man sagte mir: Lass es! Now i smash empty glasses! („Barbarie“)

Hatten wir schon, macht aber nix. Nicht schlecht, Herr Spechtl!

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