Mit Gatsby ins Gestern

„So kämpfen wir uns voran wie Schiffe gegen die Strömung, unaufhörlich zurück ins Vergangene getrieben.“

F. Scott Fitzgerald: Der große Gatsby. dtv, 2013 (ursprünglich erschienen 1925).

Es gibt Romane, da steckt die Essenz der Geschichte nicht im ersten, sondern im letzten Satz. „Der große Gatsby“ ist so einer. Fitzgeralds genau komponierte und noch genauer formulierte Gesellschaftssatire  über den geheimnisumwitterten Emporkömmling Gatsby. Mehrmals verfilmt, zuletzt visuell berauschend von Baz Luhrmann (siehe Video unten), aber niemals erreicht: die Erzählung über eine verlorene Seele in den Roaring Twenties von New York, einen Mann, der alles dafür tut, das verflogene Glück mit seiner großen Liebe zu rekonstruieren. „Man kann die Vergangenheit nicht wiederholen?“, fragt Gatsby einmal, „wieso nicht? Natürlich kann man das!“ Natürlich kann man das nicht. Der alte Junge scheitert und geht daran zugrunde. Doch die letzten Worte des Erzählers Nick Carraway bleiben. Wie die Strömung der Erinnerung.

Womit die neue Sammlung im Museum der schönen Sätze eröffnet sei: „Letzte Sätze“.

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