Heartcore

„And my head told my heart, let love grow, but my heart told my head, this time no.“

Mumford & Sons: „Winter Winds“ (1:16), auf: Sigh No More (2009).

Das gegenwärtig große Ding von der pophistorisch wichtigsten Insel der Welt funktioniert so: Banjo, Gitarren, Kontrabass, Akkordeon und ab dafür. Folk heißt dieser musikalische Straßenfeger, der zwar schon so alt ist wie die Bärte einiger Kollegen lang, der aber im retrophilen Zeitalter bestens flutscht, setzt man das präpotente Präfix „Indie“ davor und lässt ihn von modernen jungen Burschen mit abgöttisch viel Inbrunst zelebrieren. Selbstverständlich gibt es nölende Neider, die seit Jahren prinzipiell nichts anderes machen, ohne von der Welt (oder auch nur vom Lieblingspub) gehört zu werden. Aber eben nur prinzipiell. Prinzipiell ist der Prinz, und die Könige heißen Mumford.

Herz und Verstand sagen Ja zu dieser Band aus London, deren Texte so poetenwarm, die Melodien so heimelig daherkommen, als würden Head und Heart zur Hochzeit bitten. Alles passt perfekt zusammen. Die ADHS-verdächtigen Zappelbanjos im Sound der Mumfords sind ebenso Markenzeichen wie die einlullende Harmonik (auch wenn der mehrstimmige Gesang zuweilen windschief klingt, als lautete die Aufgabe, ein schräges Cottage in Cornwall zu vertonen). So schnell wie der Winterwind wird diese Gruppe nicht verschwinden.

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