Ostermaiers Maiandacht

„Immer wieder, wenn es Mai wird, die Gräser blühen, die Hormone sich labbadiaesk ,hochsterilisieren‘, wenn Madrid in Italien liegt, die Torkanonen auf Spatzen schießen und die Elfmeterschützen vor Petrus stehen, weil sie den Ball in den Wolken suchen – immer dann schlafen Bayernfans schlecht.“

Albert Ostermaier: „Dahoam san mia mia“, erschienen in der Süddeutschen Zeitung, München, 16./17.5.2012

Ostermaier in der SZ

Den Fußballsport in Worte zu fassen, ist wie Elfmeterschießen. Die einen punkten, weil sie genau zielen; andere versagen, verstolpern oder schießen übers Ziel hinaus. Einer, der es gut kann wie keiner, ist Albert Ostermaier. In seinem grandiosen Essay zum Champions-League-Finale seines Lieblingsvereins gelingt dem Schriftsteller und Dramaturg, Jahrgang 1967, wahre Fußballpoesie. In einem Satz bringt er auf den Punkt, wie Bayernfans im Mai sich fühlen, en passant streift er Anekdoten und geflügelte Wortpässe und vergisst noch nicht einmal, unabdingbare Schlüsselreizwörter einzuweben wie Gras, Tor, schießen, Ball. Wer so beginnt, hat einen Pokal verdient, egal, wie das Spiel gegen Chelsea ausgeht. Womöglich liegt es ja daran, dass der geborene Münchner als Torhüter der Autorennationalmannschaft die nötige Praxis zur Theorie sammelt. Mit Elfmetern kennt er sich also aus, der AuTorwart.

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Ein Kommentar

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