Frau und Vorurteil

„Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, daß ein Junggeselle im Besitz eines schönen Vermögens nichts dringender braucht als eine Frau.“

Jane Austen: Stolz und Vorurteil (1813). Manesse Verlag, 2003.

Frauen nun wieder könnten bekräftigen, dieser Satz birgt wirklich eine allgemein anerkannte Wahrheit in sich. Eine, die selbst dem Radiergummi der Zeit zu trotzen imstande ist. Ein schönes Vermögen braucht immer eine Frau – ob daran nun ein Junggeselle hängt oder ein fremder Ehemann, spielt keine Rolle. Solche Gedanken hatte Jane Austen (1775 bis 1817) freilich nicht, zumindest hat sie diese nicht der Nachwelt hinterlassen. Aber eine Vorliebe fürs Verballhornen von Mensch und Gesellschaft hatte die gebildete Britin durchaus. In einer scharfen Art und Weise, wie sie im frühen 19. Jahrhundert nicht zum gängigen Umgangston gehörte – egal ob Pub-Nase, Gentry- oder Adelsvertreter.

Schon deshalb ist Austen, die selbst nie heiratete und anfangs unter „By a lady“ veröffentlichte, eine der größten Autorinnen der Insel. Ihre Werke gehen weit über das oft belächelte Genre der „romantischen Liebesgeschichte“ hinaus und wirken bis heute nach. Mr Darcy zum Beispiel, dieses aus femininem Blickwinkel unbedingt anzuhimmelnde Mannsbild, hat nicht nur in Bridget Jones seine Renaissance erfahren. Er ist ewiges Sinnbild für den reichen wie begehrenswerten Schönschnösel. Frauen nun wieder.

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