Jetzt ist schon wieder Haas passiert

„Jetzt ist schon wieder was passiert.“

Wolf Haas: Der Knochenmann (1997). Rowohlt, 2006.

Wolf Haas, Jahrgang 1960, ist ein Meister des kreativen Erzählens, und ob du es glaubst oder nicht, aber der Österreicher hat einen ganz eigenen Stil gefunden. Leser-Duzer Hilfsausdruck. Berühmt gemacht haben Haas seine Brenner-Krimis, deren berühmter erster Satz vor allem deshalb so berühmt ist, weil er so unverschämt leicht daherkommt. Gleichzeitig lastet alles auf ihm: die Neugier, was genau wem passiert ist; die Spannung, welche Folgen das hat; der Wissensdurst, wer der Informant ist, der offensichtlich schon bei früheren Ereignissen Augenzeuge war.

Als zum siebten Mal schon wieder was passiert ist, schenkt uns der Autor eine neue Eröffnung. Und jetzt pass auf, die hat es ebenfalls in sich, weil das Plappermaul von Erzähler ja eigentlich im sechsten Band gestorben ist. Irgendwie dann aber doch nicht, wie sich in „Der Brenner und der liebe Gott“ herausstellt. Und im Interview, das ich einmal mit ebenjenem Erzähler führen durfte, machte er ebenfalls einen kreuzfidelen Eindruck. Überschäumend Hilfsausdruck. Über den Haas hatte er auch was zu berichten: Der sei, ob du es glaubst oder nicht, „ein blasses Bürscherl, das viel vor dem Computer sitzt. Und ein Interview nach dem anderen, das kann auch nicht gesund sein. Ich sage, so ein junger Mensch sollte auch einmal hinaus gehen, Sport, Mädchen, alles. Aber bitte, das muss er  selber wissen.“

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